5. Reisebericht: Feuerland

23. Oktober - 6. November 2013

Die Grenzuebergaenge sind kein Problem und natuerlich muessen wir bei der Einreise nach Chile unsere restlichen Zwiebeln und den Knoblauch abgeben. Um unsere geroesteten Kuerbiskerne aus Oesterreich tut es uns leid, aber sie gelten als Samen und somit bleibt der Kontrolleur hart. Nach ca. 200 km reisen wir wieder nach Argentinien ein. Dazwischen haben wir mit einer Faehre bei Windstaerke 10–12 die Magellan-Strasse ueberquert und sind froh, dass die Ueberfahrt nur 20 Minuten gedauert hat, denn dieser Wind ist nichts fuer Landeier. Mit der Ueberquerung haben wir Tierra del Fuego - Feuerland - erreicht.

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In Rio Grande hat der Campingplatz nicht nur geschlossen, er existiert gar nicht mehr. Einladend sieht die Stadt, gepraegt von einer grossen Militaerbasis aus dem Falklandkrieg, auch nicht gerade aus. Es ist schon spaet und wir entdecken ein einigermassen windgeschuetztes Plaetzchen auf dem Gelaende der Hafenpolizei. Wir fragen, ob wir dort stehen duerfen und nach einigen Diskussionen und Anfragen der wachhabenden Gendarme begruesst uns der Chef persoenlich. Selbstverstaendlich duerfen wir die Nacht dort parken. Umringt von bewaffneten Polizisten schlafen wir gut.

Ushuaia

Wir erreichen die suedlichste Stadt der Welt. Die schoenste Stadt der Welt ist Ushuaia sicher nicht, hat aber eine der schoensten Lagen. Umrahmt von schneebedeckten Bergen in einer Bucht des Beagle-Kanals gelegen, sind wir in einer lebendigen und doch gemuetlichen Stadt, die sehr an einen Wintersportort in den Alpen erinnert. Aber wir befinden uns am suedlichsten Ende Suedamerikas, direkt am Meer und nicht weit entfernt von der Antarktis.

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Nationalpark Tierra del Fuego

Uns zieht es in den Nationalpark, in die Natur. Die Landschaft ist beeindruckend und wir beobachten Voegel, Fuechse, Guanakos, Wildpferde und Biber bei der Arbeit. Wir finden den schoensten Stellplatz den wir bisher hatten und beschliessen ein wenig laenger zu bleiben. Auch fahren wir zum Endpunkt der Ruta Nacional 3, die die letzten Kilometer im Nationalpark nur noch ein Feldweg ist. Das bekannte Schild, dass das “Ende der Welt” symbolisiert, zeigt 17.848 km bis Alaska und ist auch das Ende der beruehmten Panamericana. Wer die Panamericana bewaeltigt hat, ist hier am Ziel der Reise angekommen und das Foto ist obligatorisch. Wir lassen uns auch fotografieren, ist es doch fuer uns wie ein zweiter Start, denn von nun an geht es noerdlich und irgendwann wollen auch wir in Alaska sein.

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Das Wetter ist unberechenbar, wir starten den Tag mit tollem Sonnnenschein, wie immer bei heftigem Wind, spaeter regnet es, der Wind bleibt, und schliesslich haben wir Eisregen und die Berge um uns herum sind "gezuckert" von neuem Schnee.

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Zum Glueck setzt sich der Fruehling mit Sonne und wolkenlosem Himmel durch und wir geniessen den Nationalpark und die Rueckfahrt nach Ushuaia.

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Estancia Harberton

Wir besuchen die aelteste Estancia Feuerlands, die Ende des 19Jahrhunderts von dem Missionar Thomas Bridges gegruendet wurde und heute noch von seinen Nachfahren betrieben wird. Zur Farm gehoeren ca. 20.000 Hektar Land in schoenster Lage und man darf nach vorheriger Anmeldung an verschiedenen Stellen auf dem Farmland uebernachten. Das geniessen wir bei weiterhin herrlichem Fruehlingswetter, gemeinsam mit Margit und Andreas aus Neuseeland, die wir im Nationalpark kennengelernt haben.

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Unser Gourmet Tip:

La Mesita de Almanza, das "Restaurant am Ende der Welt" - ein winziges Gasthaus in Puerto Almanza, einem entlegenen kleinen Dorf am Beagle-Kanal, in dem die Inhaberin tolle Fisch- und Meeresfruechte-Gerichte zubereitet.

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Von der suedlichsten Stadt der Welt geht es doch noch suedlicher, naemlich Richtung Suedpol!
Nach langem Suchen haben wir ein Last Minute-Angebot fuer die letzte Kabine auf einem Antarktis-Expeditionsschiff bekommen. Wir reisen mit Meeresbiologen, Antarktisforschern und ca. 90 anderen Gaesten fuer 12 Tage ins "ewige Eis". Am 7. November geht es los. Mehr dazu nach unserer Rueckkehr.

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