10. Reisebericht: Santiago & Mendoza

9. - 17. Januar 2014

Santiago de Chile

Santiago, die 5 Millionen Einwohner Metropole, scheint uns Weltreisende nicht zu moegen. Sie empfaengt uns mit dichtem Smog, scheinbar ausgeloest durch die vielen Wald- und Steppenbraende, die wir auf unserer Fahrt gen Norden gesehen haben. Auch vom Stadtgebiet aus koennen wir die Braende sehen, leider nicht die Andenkette. Unser Kontakt in Santiago ist nicht zu erreichen - kein Wunder, es ist Urlaubszeit. Wo sollen wir mit unserem Toyopedi wohnen? Unsere Reisefuehrer kennen in ganz Santiago keinen Campingplatz. Uns faellt die deutsche Schule ein, auch fuer Laender in Mittelamerika fuer uns Reisende manchmal ein Geheimtip. Wir werden sehr freundlich empfangen, es wird uns auch erlaubt das Auto auf dem bewachten Parkplatz ueber Nacht abzustellen, aber aus Sicherheitsgruenden duerfen wir in der Nacht nicht im Auto bleiben, denn ab 21.30 Uhr darf nur noch die Security auf dem Schulgelaende sein. Also machen wir uns wieder auf den Weg; ein Hotelparkplatz waere auch eine Loesung, wir finden allerdings nur Hotels mit Tiefgaragen, in die unser Toyopedi mit 3,10 Meter Hoehe nicht passt. Wir versuchen es Richtung Osten ausserhalb der Stadt, fahren in die Berge, bis 1.100 Meter hoch, kommen aber nur in Wohngebiete. Also zurueck ins Zentrum zur Touristeninformation, doch es gibt weit und breit keinen Parkplatz, noch nicht einmal die Moeglichkeit kurz anzuhalten. Nach ca. 5 Stunden geben wir auf und fahren nach Suedosten in das Tal des Rio Maipo, das Naherholungsgebiet der Santiagoer. 45 Kilometer ausserhalb der Stadt finden wir einen netten Campingplatz auf dem wir uns einrichten, doch wie kommen wir in die Stadt? Kein Problem wird uns erklaert, zunaechst mit dem “Collectivo” und dann weiter mit der Metro. Metro ist uns bekannt... aber Collectivo? Wir lernen: Collectivos sind eigentlich Taxis, die bis 4 Personen mitnehmen duerfen und einfach an der Strasse angehalten werden. Ist noch ein Platz frei, haelt das Collectivo an. Das klappt ueberraschend gut und fuer umgerechnet ca. 3 Euro pro Person fahren wir bis in die Stadtmitte.

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Im Mercado Central geniessen wir tolle Fischgerichte und Meeresfruechte, bummeln durch das Stadtzentrum und das Ausgehviertel Bellavista mit seinen Bars, Cafes und Kneipen. Bei 38 Grad trockener Hitze und nachlassendem Smog schauen wir uns zwei Tage Santiago de Chile an - die Stadt scheint uns Weltreisende doch zu moegen!

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Wir wollen weiter nach Mendoza, der argentinischen Weinmetropole. Ueber den 3.700 Meter hohen Pass "Christo Redentor" geht es zurueck nach Argentinien. Unser erster "richtiger" Andenpass. Auf 2.700 Hoehenmetern uebernachten wir auf dem Parkplatz des Skihotels Portillo, einer exklusiven Herberge, in der schon die Skiasse der Welt residierten, so sehen wir im Hotelflur die Autogrammbilder von Ski-Nationalmanschaften - auch den Oesterreichern - von Lindsay Wonn und Anderen. Wir sind die einzigen Gaeste im Restaurant und besuchen es nur, weil es Internet gibt und wir unsere Website wieder veroeffentlichen koennen. Wir, die Parkplatzgaeste, bekommen zu unserer Flasche Wein noch Pizza geschenkt, ausserdem werden wir aufgefordert in der Nacht doch die Security zu rufen falls wir irgendetwas brauchen. Selbstverstaendlich koennen wir auch die Hoteltoiletten benutzen.
Wieder einmal sind wir von der Gastfreundschaft ueberwaeltigt.

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Bei 3.200 Hoehenmetern geht es durch einen Tunnel, so sparen wir die letzten 500 Hoehenmeter auf den Pass und erreichen bald den Nationalpark Aconcagua. Der Aconcagua ist mit 6.962 Metern der hoechste Berg Amerikas bzw. ausserhalb des Himalaja. Schon von weitem sehen wir seine fast 300 Meter dicken Gletscher und bestaunen bei einem Spaziergang diesen Giganten, der vor uns noch 4.000 Meter in den Himmel ragt, denn wir sind ja bereits auf rd. 3.000 Metern Hoehe. Wir erinnern uns, dass Deutschlands hoechster Berg, die Zugspitze, noch keine 3.000 Meter hoch ist…
Auf der weiteren Fahrt durch das Tal des Aconcagua erleben wir die Bergwelt der Anden in spektakulaeren Formen und Farben und freuen uns schon jetzt auf die naechsten Andenpaesse.

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Mendoza

Wir bummeln duch Mendoza, eigentlich eine Wuestenstadt, doch wir fuehlen uns wie in einer Oase. Alle Strassen sind von Baeumen gesaeumt, manchmal steht auch noch in der Mitte der Strasse eine Baumreihe. Die Baeume wachsen in kuenstlich angelegten Strassengraeben, die als Bewaesserungssystem dienen. Somit flanieren wir meistens im Schatten durch die Alleen, trotzdem schwitzend bei ueber 40 Grad. Trotz der Hitze probieren wir im Vorort Maipu die bekannten argentinischen Weine wie Malbec und Torrontes direkt beim Erzeuger und machen auch eine Olivenoelprobe.
Nicht nur Mendoza wird ueber diese Bewaesserungssysteme am Leben gehalten, sondern auch die ueber 1.800 Weingueter, sowie die Olivenbauern, wobei wir hier nicht wissen wie viele es sind. Die Bewaesserungskaenaele sehen wir auch noch im 160 km noerdlich gelegenen San Juan, ebenfalls bekannt fuer seine guten Weine, aber nicht so touristisch erschlossen.

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