Vom Polarkreis zur Mitternachtssonne

21. Juni - 16. Juli 2026

"Via Scandinavia" wird die nach Norden verlaufende Europastraße 6 auch genannt und führt bis zur "finis terrae", dem nördlichsten per Straße erreichbaren Punkt der Welt. Für uns sind es noch gut 1.600km und wir nehmen wieder die längere und landschaftlich reizvollere Küstenstraße "Kystriksveien, auch als Traumstraße ins Land der Mitternachtssonne bezeichnet.
Es geht malerisch an Fjorden, Buchten und Seen entlang, über viele Brücken, durch Tunnel und mit einigen Fährfahrten. Von der traumhaften Landschaft sehen wir leider nur wenig, denn es regnet mal wieder und die Wolken hängen tief in den Bergen.

Wir fahren daher zurück auf den "Nordkap-Highway" mit einem Stopp am Polarkreiszentrum. Fast auf den Tag genau vor 6 Jahren, am 22. Juni 2018, haben wir diesen in Kanada zum ersten Mal überquert, damals auf dem legendären Dempster-Highway, einer 900km langen Schotterpiste zum Polarmeer.

  • Am Polarkreis in Kanada - 22. Juni 2018

Unser nächstes Ziel sind die Lofoten und wir nähern uns Bodo, der Hafenstadt für die Fährüberfahrt, auf einer schönen Nebenstraße, die von einem lokalen Kulturverein liebevoll mit Picknickplätzen ausgestattet wurde. Das bietet sich auch für ein Plätzchen zum Übernachten an.
Kurz vor Bodo überqueren wir den Saltstraumen, eine Meerenge die als stärkster Gezeitenstrom der Welt gilt. Im Wechsel der Gezeiten strömen hier durch einen ca. 150 Meter breiten Sund rund 400 Millionen Kubikmeter Wasser zwischen dem Meer und einem Fjord.

  • Ein schöner Übernachtungsplatz für uns alleine.
  • Hübsche Rastplätze an der Straße.
  • Unsere erste Elch-Sichtung.
  • Traumhafte Lage....
  • ...mit Gästehaus?

Bei Sonnenschein geht es dann auf die berühmte Inselgruppe, die uns auch mit traumhaftem Wetter begrüßt.

  • Platz ist mehr als genug auf der Fähre.
  • Blick auf die berühmte Lofotenwand.

Es ist in der Tat malerisch: kleine Fischerorte mit traditionellen Rorbu-Hütten, den ehemaligen Behausungen der Fischer, dahinter die steil aufragenden hohen Berge. Bei Sonnenschein ein schon fast kitschig schöner Anblick.

  • Sie sind überall: Möwen und ihre Nester.

Wie schon so oft auf dieser Reise folgen auf einen Tag Sonne jedoch mehrere Tage Regen... so auch jetzt wieder und wir erleben die "Alpenkulisse" in dichten Wolken. Die berühmten Fotos der Lofoten zeigen die zerklüftete Inselwelt von oben, also heißt es für mich die Wanderschuhe schnüren und hoffen, dass sich die Wolken ein bisschen verziehen.

  • Blick auf Reine
  • Anstrengender Aufstieg zum Reinebringen - es werden fast 2.000 Stufen!
  • Tolle Aussicht auf Reine und die Gebirgslandschaft
  • Malerisch: das Fischerdorf Reine

Für die Norweger sind die Lofoten angeblich das schönste Ferienziel des Königreichs, doch auch andere Europäer sind auf den Geschmack gekommen, denn die kleinen Inselstraßen sind schon gut gefüllt und auf manchen Parkplätzen an den Foto-Hotspots ist kein Platz mehr zu bekommen. Auch die „freien“ Übernachtungsplätze sind heiß begehrt bei den vielen Campern und so suchen wir uns frühzeitig einen schönen Platz – möglichst mit Blick auf die Mitternachtssonne, wenn sie denn scheint.
Neben dem Geiranger Fjord und dem Nordkap sind die Lofoten eines der drei Top-Reiseziele in Norwegen.

  • Fast wie ein Karibik-Strand....
  • Hier ist Platz genug: Wiese am Strand bei Fredvang
  • Wieder ein toller Platz am Dorf Vikten.
  • Wir erleben erstmals die Mitternachtssonne.
  • Aufgenommen um Mitternacht.
  • Traumhafte Kulisse: die Bucht von Unstad
  • Strand von Unstad bei Mitternacht.

Nach zwei trüben und regnerischen Tagen klart der Himmel auf und das Farbenspiel von bunten Holzhäuschen, Wiesen, Sandstränden, Buchten und schneebedeckten Bergen beginnt von Neuem. Zeit für eine weitere Wanderung, dieses Mal keine endlosen Stufen, dafür ein extrem steiler und rutschiger Anstieg auf den Offersoykammen. Die Anstrengung wird mit einem traumhaften 360 Grad Rundumblick belohnt.
Auch dem berühmtesten Fischerdorf der Lofoten, Henningsvaer, bekannt durch die Luftaufnahmen des Fußballplatzes auf einem eigenen Felsen, statten wir einen Besuch ab. Das zum UNESCO Welterbe zählende Dorf Nusfjord ist in Privatbesitz und der Eintritt für einen Spaziergang durch die "authentische Atmosphäre" des Ortes beträgt stolze EUR 30,00. Da reicht doch auch ein Blick von einem Felsen oberhalb des Dorfes, zumal kein Parkplatz zu ergattern ist. Auch die Fahrt entlang des Fjordes entschädigt für den gestrichenen Besuch.

  • Schöne Strecke nach Nusfjord
  • Nusfjord
  • Hafen von Henningsvaer

Die Inselgruppe ist fast so alt wie die Erdgeschichte und war im Mittelalter der „Archipel des Kabeljaus“. Inzwischen haben die Einnahmen aus dem Tourismus die Einbußen aus den heute nur noch geringen Fangmengen mehr als wettgemacht. Die Kabeljau-Trocknungsgestelle, die überall auf den Inseln in den flachen Küstenbereichen stehen, sind auch heute noch sichtbares Zeichen der Lofoten-Fischerei. Der "Skrei" ist ungesalzener luftgetrockneter Kabeljau der im Frühjahr auf den Holzgestellen getrocknet wird. Der Stockfisch gilt als Delikatesse, da die Bedingungen auf den Lofoten wohl eine Top-Qualität hervorbringen. Derzeit hängen nur noch die Fischköpfe an den Gestellen, die immer noch einen intensiven "Duft" abgeben.

  • Wieder ein toller Übernachtungsplatz.
  • "Magic Ice" in Svolvaer

Mit der Fähre geht es weiter auf die benachbarten Vesteralen, die nicht ganz so spektakulär sind wie die Lofoten, aber dafür auch weit weniger voll. Wir cruisen wieder die „Nationale Touristenroute“ und suchen uns einen schönen Platz am Strand. Das Wasser schimmert karibik-türkis, wenn da nicht die turmhohen Regenwolken wären die den nächsten Regen ankündigen und wir mit warmen Jacken im stürmischen Wind stehen. Früher wurden vor Andenes, im Norden der Insel Andoya, Wale gejagt, heute werden „Safaris“ zu den Pottwalen angeboten. Für die nächsten zwei Tage sind leider sturmbedingt alle Touren abgesagt, somit geht es für uns weiter auf die Insel Senja, die mit ihren bizarren Gebirgen landschaftlich ähnlich dramatisch sein soll wie die Lofoten.

  • Karibik-Strand auf Andoya - Vesteralen
  • Leuchtturm von Andenes
  • Senja begrüßt uns mit Wolken und Regen...
  • ... und wir sehen wenig.

Noch regnet es und der Wind ist stürmisch, aber wir haben eine Verabredung mit unseren Reisefreunden Karin &Manfred die, vom Nordkap kommend, auch gerade auf Senja ankommen. Vor 13 Jahren haben wir Karin & Manfred in Südamerika kennengelernt und unsere Reiserouten haben sich schon mehrfach gekreuzt und zu schönen Treffen auf verschiedenen Kontinenten geführt.

  • Traumhafte Landschaft am Mefjord.
  • Nächtliche Sonne am Mefjord

Nach zwei gemütlichen Tagen geht es für uns weiter. Der nächste Stopp auf dem Weg zum Nordkap ist Tromso, die „Pforte zum Eismeer“, doch manchmal kommt es anders als man plant. Nach nur wenigen Kilometern machen wir einem anderen Fahrzeug Platz und geraten ein bisschen zu weit nach rechts in den Seitenstreifen – mit fatalen Folgen: der Seitenstreifen ist extrem weich und exakt an dieser Stelle mündet ein kleiner Wasserfall in ein tiefes Loch. Der Toyo neigt sich zur Seite, wir schaffen es nicht mehr zurück auf die Straße und krachen in den Seitenstreifen.
Uns ist nichts passiert, doch der Schreck sitzt tief. Unser liebegewonnenes Reisemobil liegt auf der Seite im Graben, wir haben keine Ahnung wie hoch die Schäden sind, ob das Auto noch fahrtüchtig ist, wer uns hier auf der Insel helfen kann usw.
Die Bergungsaktion gestaltet sich als recht aufwendig. Das Abschleppunternehmen schickt sicherheitshalber zwei Fahrzeuge, doch die zwei sehr umsichtigen jungen Männer können ihren Job und ziehen unser Reisemobil aus dem Graben.

Zu unserem Pech ist die Böschung auch felsig und unsere Kabine hat einen heftigen Schlag auf einen tragenden Holm bekommen. Die Tür ist herausgefallen und es gibt diverse weitere Blessuren auf der kompletten Seite. Mit Hilfe unserer Reisefreunde und einem weiteren hilfreichen Reisenden reparieren wir die Tür und ein beschädigtes Staufach.
Ein erster Fahrtest lässt uns hoffen, dass wir per Rad aus eigener Kraft weiterkommen. Dass wir dennoch unsere Tour abkürzen werden erscheint uns sicherer, denn ob wirklich keine Schäden an Fahrwerk und Lenkung entstanden sind wissen wir nicht. Ein Termin in einer Werkstatt zur Überprüfung ist derzeit nicht zu bekommen, denn Norwegen ist im Ferienmodus.
Nach einem Fahrtag sind wir guten Mutes und an der Abzweigung nach Finnland – und Richtung Heimat – fahren wir kurzentschlossen geradeaus. Es sind noch gut 500km bis zum Nordkap…. das wollen wir als „Abschluss“ erleben und dann auf dem direkten Weg ohne weitere Abstecher nach Hause fahren. Am Ende des nächsten Fahrtages erreichen wir Alta, es sind noch 240km bis zum Nordkap, doch an der Stadteinfahrt ist plötzlich Schluss: die Lenkung reagiert nicht mehr richtig und gleichzeitig schwächeln die Bremsen. Wir retten uns auf den Parkplatz einer nahegelegenen Werkstatt. Es ist Sonntag und wir machen uns eine Liste der Werkstätten in der Stadt. Am nächsten Tag kommt dann die ernüchternde Erkenntnis: keine Chance! Weder die Werkstatt bei der wir gelandet sind - und weiter stehen dürfen – noch eine der anderen Werkstätten in der Stadt ist bereit, uns einen Termin zu geben. Auch nicht mit Wartezeit – gar nicht! Wir bitten den ADAC – Bernd ist seit 1975 (!) Mitglied – um Hilfe und nach einem Tag kommt man zur gleichen Erkenntnis: keine Chance. Das heißt: unser Toyopedi tritt die Heimreise per Autotransporter an. Wir hatten noch gehofft, dass vielleicht ein Transport in die nächste größere Stadt organisiert wird, doch der ADAC macht da keine Kompromisse und organisiert den Rücktransport nach Deutschland.

  • "Erste Hilfe" für unseren Toyo mit netten Helfern.
  • Endstation: eine Werkstatt in Alta
  • "Wahrzeichen" der Stadt: Nordlichtkathedrale
  • Alta Fjord um Mitternacht.

So kurz vor dem nördlichsten Punkt Europas umkehren? Wir atmen tief durch und organisieren uns: Mietwagen, Heimflug, Übernachtung am Nordkap…. und starten für eine Woche Rundreise durch die norwegische Finnmark.

  • Wir steigen um...
  • Arktische Tundra: nackt und baumlos
  • Rentiere gehören ab jetzt zum Straßenbild.

Die Stimmung ist natürlich gedrückt. Dieses Ziel wollten wir mit unserem Toyo erreichen und die Sorge, ob und wie wir die Kabine wieder instand setzen lassen können beschäftigt uns fast permanent, zumal der „Nordkap-Highway“ jetzt in der Hauptreisezeit fast nur von Wohnmobilen befahren wird.
Doch wie immer lenkt uns das Fahren durch grandiose Landschaft ab. Die Wälder lassen wir hinter uns und näheren uns durch eine beeindruckende Bergwelt und entlang dem riesigen Porsangen-Fjord der kargen Hochebene des Nordkapplateaus. Und hier haben wir Glück: die Wolkendecke lichtet sich und es ist so gut wie nichts los an dem berühmten Globus am nördlichen Ende Europas.

Nordkap

Nach dem südlichen und nördlichen Ende des amerikanischen Kontinents sowie dem südlichsten Punkt Afrikas sind wir jetzt am nördlichsten Punkt Europas angekommen. Vor 13 Jahren sind wir unsere "endlich on tour" gestartet und es ist unfassbar was wir in dieser Zeit alles gesehen haben. 263.000 km haben wir mit unserem Reisemobil in dieser Zeit zurückgelegt, daher sind wir dankbar, stolz und wehmütig zugleich, denn unser Toyopedi hätte auch hier oben sein sollen.

  • Auch kurz vor Mitternacht noch gut besucht.

Die unendliche Weite und Unwirtlichkeit der Nordkaphalbinsel ist so ganz nach unserem Geschmack und wir machen mehrere Abstecher vom „Highway“ zu kleinen Fischerorten. Und das Wetter spielt auch mit.

  • Fischerboote in Gjesvaer
  • Trolle - allgegenwärtig im hohen Norden...
  • Zwischenstopp: wir tanken Strom...
  • ...und genießen die Aussicht.
  • Honningsvag: seit 1998 die nördlichste Stadt der Welt
  • Havoysund

Auf unserer „to do“-Liste des Nordlandes steht die Varanger-Halbinsel im äußersten Nordosten des Landes. Ein verregneter Fahrtag und wir erreichen diesen einsamen Zipfel des Landes. Die Landschaft erinnert uns einmal mehr an Neufundland: grüne Wiesen mit Schafen, knorrige kleine Nadelbäume und verstreut in der Landschaft einzelne Holzhäuschen und kleine Dörfer.

  • Gegenverkehr...
  • Reste einer Geschützstellung - Relikte aus dem 2. Weltkrieg
  • Ehemaliger Unterstand in den Felsen.
  • Typischses Bild: kleines Dorf und viele Wohnmobile
  • Ein stylischer Aussichtspunkt in einsamer Landschaft.

Möwen sehen und hören wir täglich, auch wenn wir in der Berg- und Fjordwelt weiter im Süden oft -zig Kilometer vom Meer entfernt waren. Auf der Halbinsel Ekkeroy machen wir einen Spaziergang zu einem Vogelfelsen an dem bis zu 20.000 Dreizehen-Möwen nisten. Ein riesiges Spektakel!

Das einzige Städtchen auf Varanger ist Vardo, das vor der Eismeerküste auf einer Insel in der Barentsee liegt und über einen 3km langen Unterwassertunnel zu erreichen ist. Architektonisch ist der Ort kein Highlight – auch das eine Folge des 2. Weltkrieges und der Politik der „verbrannten Erde“. Beim Rückzug der Wehrmacht wurde alles niedergebrannt und in Folge dessen ist in vielen Dörfern und Städten die historische Bausubstanz komplett vernichtet worden.
Hauptattraktionen sind die Lage, interessante Kunstinstallationen und die nördlichste Festung der Welt.
Eine sehr bemerkenswerte Installation ist ein Hexenmahnmal am Ortsrand. Wie wir lernen kam es in Nordnorwegen im 17. Jahrhundert zu einer Welle von Hexenverfolgungen, die in Vardo ihren traurigen Höhpunkt fanden. Die Hexenhysterie führte zu mehr als 100 Hexenprozessen und Hinrichtungen auf dem Scheiterhaufen.

  • Blick auf den Ort und die ehemaligen Radarstationen.
  • Gedenkhalle des Hexenmahnmals
  • Symbolischer Scheiterhaufen
  • Galerie in der Gedenkhalle
  • Festung Vardohus
  • Denkmal für die Fischer.
  • Tolle Skulptur: der Bug eines Wikingerschiffes...
  • ...verwandelt sich in ein Walskelett.

Apropos Möwen: für den kleinen Ort scheinen sich diese zu einer Plage zu entwickeln, denn die Nistplätze der Vögel finden sich überall in dem für norwegische Verhältnisse heruntergekommenen Ort. Viele Häuser und Ladengeschäfte stehen leer und verfallen, da die meisten Fischfabriken des Ortes geschlossen wurden.

Auf landschaftlich traumhafter Strecke geht es entlang einer wilden Küstenlandschaft noch knapp 40 km weiter in das Dörfchen Hamningberg, dann endet die Straße. Hamningberg ist wieder eine Ansammlung bunter Holzhäuschen um eine schöne Bucht, eine Rentierherde die durch das Dorf läuft und viel unberührte Natur.

  • Wieder ein stylischer Aussichtspunkt.

Ein weiterer Abstecher bevor es für uns zurück nach Alta geht ist der winzige Ort Bugoynes am Ende des Varanger Fjordes, nahe der russischen Grenze. Bekannt für die Königskrabben, die in den 1990er Jahren ihren Weg über die Barentsee in die Gewässer des vor dem Verlassen stehenden Fischerdorfes fanden. Seitdem ist diese Delikatesse der Exportschlager des Dorfes und natürlich in den beiden Gasthäusern des Ortes das Highlight der Speisekarte. Interessant ist auch der Rückblick auf den 2. Weltkrieg, denn Bugoynes blieb dank des Mutes des verantwortlichen deutschen Offiziers die Zerstörung vor dem Rückzug der deutschen Besatzer erspart. Somit blieben die alten Fischerhütten und Lagerhäuser erhalten.

  • Bugoynes, das "Dorf am Ende der Welt"
  • Nachbau der ehemaligen Kanonenstellung oberhalb des Hafens

Für uns heißt es jetzt Abschied nehmen von Norwegen. Entlang der norwegisch-finnischen Grenze fahren wir zurück nach Alta und bekommen wohl einen Vorgeschmack auf finnische Landschaft, denn wir fahren fast zwei Tage durch Wälder mit vielen Seen. Einsamkeit pur, denn das "Land am Ende der Welt" ist die am dünnsten besiedelte Region Europas und die größte zusammenhängende Fläche unberührter Natur unseres Kontinents. Die "Finnmark" ist etwas größer als die Niederlande und hat rd. 75.000 Einwohner.
Es ist auch das Land der Samen, der Urbevölkerung der norwegischen Finnmark, die hier teilweise noch von der Rentierzucht leben. Bei einem Stopp in Karasjok, dem kulturellen Zentrum der Samen, besuchen wir ein Freilichtmuseum und lassen es uns bei traditioneller samischer Küche schmecken.

  • Uriges Restaurant in einer traditionellen Samengamme.
  • Wir genießen Rentier...
  • Gebäude des norwegischen Samen-Parlamentes

Hundeschlittenfahrten gehören zu einem Winter in Norwegen wie Polarlichter oder die Dunkelheit. Zu Zeiten der Mitternachtssonne haben die Huskies Ferien, doch die Tiere zu besuchen ist auch im Sommer ein netter Stopp.

  • Noch ein letzter traditioneller süßer Snack...
  • ...Waffeln und Zimtschnecke.
Es hätte eine große Skandinavienrundreise werden sollen, leider bleibt es für diesen Sommer auf Norwegen beschränkt. Doch das Land hat uns beeindruckt: landschaftlich grandios und das nicht nur in den Küsten- und Fjordregionen. Die Hochebenen im Süden, die uns das Gefühl gaben im Hochgebirge zu sein, die Tundrasteppen im hohen Norden, die beeindruckenden Gebirge, die Inseln und Schärengärten vor der Küste... wir könnten noch unzählige weitere Superlativen dieses vielseitigen Landes aufzählen. Die Top-Infrastruktur und die vielen Informationsangebote für Reisende machen eine individuelle Tour durch Norwegen zu einem entspannten Erlebnis bei einem Maximum an Naturgenuß. Landschaftlich somit eine klare "eins" auf unserer Skala. Natürlich ist man nicht alleine unterwegs, doch wir fanden den Andrang noch überschaubar, und es gibt nach wie vor auch ruhige und einsame Regionen. Am unteren Ende der Skala liegt für uns das Wetter. Dass es viel regnen kann war uns bewußt, doch was uns störte war die Unbeständigkeit des nordischen Wetters. Auf einen Tag Sonnenschein folgten drei bis vier Tage schlechtes Wetter und auch bei vorhergesagter Wetterbesserung waren tiefhängende Wolken und Nieselregen an der Tagesordnung. Für uns sonnenliebende Menschen wird Norwegen somit nicht die Top-Destination werden, auch wenn die spektakuläre Landschaft definitiv top ist.

Noch eine kleine Anekdote zum Schluß: Die Geschichte der Trolle

Als die Menschen weit oben im Norden, wo die Winterstürme aus dem Eismeer gegen die barschen Küsten schlagen, das Land besiedelten entdeckten sie, dass das Land bereits von merkwürdigen Wesen bewohnt war. Diese siedelten an urigen Orten in den Bergen und man konnte sie nur in der Nacht sehen. Einige der Trolle waren riesengroß, andere ziemlich klein und sehr alt wurden sie alle. Die Trolle waren behaart und zottig, ihre Nase war sehr lang und sie hatten alle ein Hinterteil mit Schwanz, ähnlich einer Kuh. Schafften sie es nicht vor Sonnenaufgang im Berg zu verschwinden, brachen sie auseinander oder wurden zu Stein. Obwohl sie merkwürdig aussahen, waren sie oft gutmütig und gutgläubig. Sie waren in der Lage sich zu verwandeln, so daß es vorkam, dass ein Trollmädchen sich in ein schönes Mädchen verwandelte und einen jungen Burschen in den Berg lockte. Nur wenige gelangten jemals wieder aus dem Berg hinaus. Die Menschen versuchten die Trolle nicht zu reizen, denn wenn diese sich rächten, konnten sie dem Vieh der Bauern Krankheit und Tod zufügen. Daher stellte man den Trollen am Heiligabend einen Teller Brei in die Scheune und immer wurde dieser aufgegessen. Bis heute gibt es Menschen, die behaupten einen Troll in der Dämmerung gesehen zu haben, daher ist es ratsam, bei einer Wanderung in der Dunkelheit vorsichtig zu sein, denn man weiß nie, wen oder was man trifft. Und nicht vergessen: die Trolle sehen uns! Aus: Ny Form, www.trollsofnorway.com